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Aug 07 2008

Sommerloch schluckt Ü-Ei

Category: Aktuelle NachrichtenMoni @ 15:19

Ü-EI

Olá, ein Aufschrei geht durch die gesamte Blogosphäre. Zurecht! Grund:

Die Kinderkommission des Bundestages fordert die strikte Trennung von Lebensmitteln und Spielzeug. Das wäre das Aus für Ü-Eier, Kinder-Cornflakes oder Käpt’n Kuck-Joghurt, ja sogar für das Happy Meal von McDonalds! Angeblich soll die kombinierte Verpackung ein Gesundheits- und Sicherheitsrisiko darstellen, da die Kleinen das Spielzeug aus Versehen, wegen Unachtsamkeit der Eltern, aus Dummheit in den Mund stecken und daran Ersticken könnten.

„Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln“, sagt Miriam Gruß, Bundestagsabgeordnete der Kinderkommission. (Quelle: welt.de)

Wie wär’s wenn man es den Kindern dann einfach beibringt? Wäre meiner Meinung nach zumindest das naheliegendste  :roll: Schutz in allen Ehren, aber wo bleibt da der Lerneffekt für das Kind? Einfach alles verbieten und abschaffen, was auch nur irgendwie gefährlich sein könnte, führt zu dummen, ja-sagenden, nicht-hinterfragenden Menschen. Kurzum zu Idoten. Da frag ich mich, wie ich bisher 22 Jahre überleben konnte? Mit Ü-Eier und ohne elterliche Aufsicht. Schon damals hab ich die Plastik-Eier sogar draufrumkauend in den Mund gesteckt (weil ich sie anders heute noch nicht aufkrieg *g*) und ich atme immer noch 😉 War vielleicht einfach nur Glück… oder doch Grips?

Die Kiko-Politikerinnen stehen ziemlich allein auf weiter Flur mit der sicherheitskritischen Einstufung des kleinen Schokoladen-Eis.

Die Frankfurter Süßwarenfirma Ferrero, die jährlich millionenfach das Ü-Ei verkauft, reagierte gestern prompt: „Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass durch die Kombination von Spielzeug und Lebensmittel eine erhöhte Gefahr ausgeht“, informierte Pressesprecherin Elise Glaab. Sie weist zudem noch einmal darauf hin: „Bei der Kinderüberraschung wird das Spielzeug durch eine Kapsel von der Schokolade getrennt.“

Die EU-Spielzeugsicherheitsrichtlinie Nr. 378 aus dem Jahr 1988 sehe ebenfalls keinerlei Verbot von Kombinationsprodukten vor. Extern zertifizierte Institute hätten das Ü-Ei zudem geprüft und für ungefährlich befunden. Ihr Fazit: Das Überraschungsei ist ein „sicheres Produkt“. (Quelle: welt.de)

Korrekter Weise muss ich erwähnen, dass der Verkauf von Ü-Eiern in den USA aufgrund der gefährlichen Einstufung bereits verboten ist. Ok, aber Amerikaner sind auch dumm.

Aber das Beste: belegen können die Möchtergern-Kidnerschützerinnen ihre Thesen nicht!

Unfallzahlen mit verschluckten Plastikfiguren liegen der Politikerin indes nicht vor. (Quelle: welt.de)

lol, dazu muss ich ja wohl nicht’s mehr sagen!

Nachtrag: Die Dame fühlt sich falsch verstanden. Sie hat natürlich niemals das Verbot des Schoko-Eis gefordert, sondern lediglich eine Kennzeichnung auf den Kombi-Produkten.

Das Gremium fordere in einer umstrittenen Stellungnahme vielmehr einen Hinweis auf die Erstickungsgefahr für Kleinkinder, wenn Spielzeug in Kombination mit Lebensmitteln angeboten werde. (Quelle: focus.de)

Komisch, das hört sich in der Stellungnahme (Seite 3) noch ganz anders an:

Deshalb fordert die Kinderkommision:
[…]
Keine Kopplung von Nahrungsmitteln und Spielzeug
[…]

Aus sommerlicher Hitze gepaart mit politischer Langeweile können ja nur solche hirnverbrannten Ansätze kommen. Setzen 6!

Egal. Ich geh mir jetzt ein Ü-Ei kaufen :mrgreen:

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