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Mai 16 2008

Stressigster Tag auf Erden

Category: AllgemeinesMoni @ 16:18

So ein kühler, lauer Tag und dann hat sich innerhalb von 45min so ein Stress entwickelt, dass ich bald gestorben wäre… an nem Herzinfarkt oder mindestens an Sauerstoffmangel und Vertrocknung. Wie kam es dazu? Vorherige Woche hatte ich für heute 14:00 Uhr einen Termin mit meiner Putzfrau ausgemacht. gestern kam dann mein Betreuer mit dem Vorschlg, ich solle heute doch an einem Meeting teilnehmen, dass für meine Diplomarbeit ganz gut wäre. Alles noch fein bis zu dem Zeitpunkt, an dem mein Kollege mich in seinem Auto mit zu dem Termin nehmen wollte und die Rückreise ungeplant blieb.

13:00 Uhr – Ich sitze in der Südstadt und wohne einem Meeting zum Thema Lifecycles bei. mein Handy klingelt Alarm, das ist die Benachrichtigung, dass ich so langsam gehen muss, um rechtezeitig zu Hause zu sein

13:15 Uhr – ich werde langsam unruhig. wenn ich daran denke, dass wir uns noch verabschieden, zum Auto zurück gehen und nach LA (kleiner Insider *g*) fahren müssen, dann wird mir ob des immer kleiner werdenen Zeitfensters immer mulmiger

13:25 Uhr – ich täusche akkute Aufbruchstimmung an, um Druck zu machen

13:30 Uhr – endlich verabschieden wir uns und gehen zum Auto. Mein Kollege besteht darauf mich an der nächstgelegenen U-Bahnstation rauszulassen

13:42 Uhr – ich stehe nun an der U-Bahnstation Frankenstraße Ecke Pillenreutherstraße. U-Bahn fahren hatte ich eh nie in Erwägung gezogen und wäre jetzt eh viel zu spät. ich rufe mir also ein Taxi, doch die Ungeduld wird immer größer

13:45 Uhr – zum Glück sehe ich in der Nähe einen Taxistand und schnappe mir das erste Auto (sorry für den Taxifahrer, der dann umsonst zur U-Bahnstation gekommen ist!). Es ist eine ältere Frau, die gerade beim Zeitungslesen war und geschwind ihr Essen vom Beifahrersitz wegzieht. Ich hab’s verdammt eilig und steige ein. Dummerweise nimmt sie keine EC-/Kreditkarten und Bargeld hab ich auch nicht genug dabei. Aber egal denk ich mir, zuhause habe ich ja Geld liegen.

13:46 Uhr – Die Fahrt geht los. Jetzt kennt sie sich nicht gut aus und fragt mich auch noch wo sie lang fahren soll (hallo? wer ist hier der Taxifahrer und wer der Gast?), da meine Zielstraße ja von zwei Seiten anfahrbar ist. Verdammt, das ist mir doch alles sch*** egal! Die Seite, die am schnellsten geht natürlich!

13:50 Uhr – Hab ich schon erwähnt, dass ich es eilig hatte? Mittlerweile sollte sie durch mein wiederholtes nervöses auf die Uhr schauen kapiert haben, dass mir die Zeit davon läuft. Meine Finger krampfen sich immer fester an den Türgriff. Doch sie fährt gemütlich mit Richtgeschwindigkeit die Straße entlang und lässt zu allem Überfluss auch noch alle Abkürzungsmöglichkeiten aus. Sollten Taxifahrer nicht diejenigen sein, die jeden Schleichwinkel kennen? Ich (ver-) zweifle.

13:55 Uhr – mittlerweile schau ich schon im 10 Sekundentakt auf die Uhr, doch mein Ziel ist noch mindestens 4 Ampeln entfernt. Und jede (rote) Ampel bedeuten weiteren Zeitverlust.

13:58 Uhr – wir nähern uns dem Zielgebiet. Ich krame in meiner Tasche und da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Ich hab meinen Wohnungsschlüssel nicht dabei! Der liegt noch im Auto (wie immer) und das steht in der Nordstadt!!!! PANIK machts ich breit. Wäre ich 40 jahre älter, hätte ich jetzt einen Herzinfarkt erlitten.

14:00 Uhr – wir sind am Ziel angekommen. Eigentlich gerade noch rechtzeitig. Doch ich habe weder Geld das Taxi zu bezahlen, noch einen Schlüssel um die Reinigungskraft in die Wohnung zu lassen bzw. mir das Fahrgeld aus der Adminkasse zu leihen. Der Adrenalinspiegel ist auf dem Höhepunkt und ich versuche im Bruchteil einer Sekunde mir alle Möglichkeiten durch den Kopf gehen zu lassen, wie ich wieder alles geregelt bekomme.

14:02 Uhr – ich renne durch den Eingang zu meiner Wohnung, um zu schauen, ob die Frau schon da ist. War sie nicht. Also habe ich fix in der Firma angerufen und gebeten, sie zu informieren, dass sich alles um eine halbe Stunde verschiebt.

14:03 Uhr – Da ich der Reinigungsfrau nicht absagen will, brauche ich irgendwie meinen Wohnungsschlüssel. Für einen kurzen Moment hatte ich noch an den Hausmeister und seinen Generalschlüssel gedacht, aber die Idee dann wieder verworfen.

14:05 Uhr – zurück am Taxi. Ich muss in die Nordstadt, dringend, eilig, schnell, bitte hin machen! Am liebsten hätte ich die Taxifahrerin aus ihrem Auto gestoßen, nachdem sie erneut die offizielle, mit Ampeln gespickte Route einschlug. Himmel Herrgott, seit wann fährt die Frau in Nürnberg Taxi?

14:06 Uhr – Es ist Freitag Nachmittag und auf den Ausfallstraßen drängen sich dicht die Autos gen Wochenende. Natürlich ist jede Ampel an der wir ankommen rot, wie sollte es auch anders sein. Murphy lässt grüßen.

14:09 Uhr – mir ist unerträglich heiß, ich schwitz wie in einer 90°C Sauna und das Fenster auf der Beifahrerseite hat anscheinend keine Kurbel zum Öffnen.

14:11 Uhr – wir sind jetzt in der Nordstadt. Auf der Gegenfahrbahn sehe ich, wie sich der Verkehr über eine ganze Ampel zurückstaut. Ich verweifle, wenn ich daran denke, dass ich gleich genau da wieder durch muss um mit dem Wohungsschlüssel nach Hause zu kommen. Eine Alternativroute gibt es nicht. Verdammt, wieso hab ich nur um eine halbe Stunde Aufschub gebeten? Das reicht nie im Leben!

14:13 Uhr – ich spiele alle Möglichen Szenarien im Kopf durch, wie es weiter gehen soll. Schließlich habe ich noch immer kein Geld für das Taxi. Wenn ich jetzt meinen Wohungsschlüssel aus dem Auto in der Firma hole und mit dem Taxi zurück zur Wohnung (=Geldquelle) fahre, dann wird der ganze „Spaß“ noch teurer und mein Auto steht dann immer noch alleine in der Firma. Achja, und die Putzfrau wartet auch noch. Mir kommt eine andere Idee. Könnte klappen.

14:15 Uhr – endlich an der Firma. Das Taxi wartet und ich springe zum Empfang. Völlig außer Atem und hektisch erzähle ich von meinem Termin-, Zeit- und vor allem von meinem Geldproblem. Zum Glück ist die Dame sehr freundlich und leiht mir die 20€ für die Taxifahrt bis hier her.

14:16 Uhr – zurück am Taxi. Ich schmeiße der Frau den 20€-Schein entgegen und bestehe auf mein Wechselgeld. Trinkgeld kann sie mal getrost vergessen.

14:17 Uhr – ich hechte zu meinem Auto. Da liegt der Wohungsschlüssel. Tür auf und ein Schwall an heißer, stickiger Luft kommt mir entgegen. Hilft nix, muss ich jetzt durch. Eingestiegen, Zündschlüssel rumgedreht und losgedüst.

14:18 – 14:29 Uhr – ich rase mit teilweise 70 km/h durch die Stadt, über gelbe Ampeln und schneide jedem dem Weg ab, der mir eine Lücke zum schneller vorwärts kommen wegschnappen will.

14:30 Uhr – Die Putzfrau ist jetzt sicher schon da und ich bin noch immer kilometerweit vom Ziel entfernt. Ich bete: Hoffentlich geht sie nicht wieder! Hoffentlich geht sie nicht! Hoffentlich geht sie nicht wieder weg!

14:35 Uhr – Mit quietschenden Reifen komme ich am WH an und sprinte die Treppe hoch zu meiner Wohnung. Puh, die Putzfrau sitzt in meinem weißen Gartenstuhl und hat auf mich gewartet. Wirklich drüber freuen kann ich mich in meinen Zustand trotzdem nicht mehr. Völlig außer Atem erkläre ich ihr kurz die Wohnung und zeige ihr wo alles steht.

14:40 Uhr – Ich befinde mich erneut auf dem Weg zur Firma in die Nordstadt. Schließlich muss ich noch meinen Laptop und meine ganzen Unterlagen/Bücher abholen. Auf der Fahrt dort hin spüre ich meine Bronchien schmerzen und die Klamotten am Leib kleben. Ächz.

14:50 Uhr – Während ich diese Zeilen hier schreibe, komme ich langsam wieder zur Ruhe. Die letzte Stunde hat mich 20€, 10l verdunstende Körperflüssigkeiten und mindestens 5 Jahre meines Lebens gekostet. Es wären mindestens 15 Jahre geworden, wenn ich die Taxifahrerin erwürgt hätte, wie es mir danach gelüstet hat. Sowas hab ich noch nie erlebt und wünsche ich mir auch NIE wieder! Einfach nur Hardcore.

Bei wem oder was ist nun die „Schuld“ dafür zu suchen? Ich nenn es mal eine Verkettung unglücklicher Umstände. Termin Nr. 1 wurde mir gestern ungünstig untergeschoben, dann dauerte er zu lange und weil mein Kollege nett sein wollte und mich zu dem Termin mitgenommen hat, stand mein Auto incl. dem wichtigen Wohnungsschlüssel am anderen Ende der Stadt. Dumm gelaufen bzw. gefahren…

Immerhin war Termin Nr. 1 ein voller Erfolg! Unser Gesprächspartner war super kompetent, hat alle unsere Fragen geklärt und uns wichtige Zusammenhänge vermittelt. Dieses Meeting war das produktivste seit Beginn meiner DA und hat mir sehr weiter geholfen. Immerhin ein schöner Lichtblick.

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One Response to “Stressigster Tag auf Erden”

  1. Moni’s Appartment » Irrfahrt mit dem Taxi says:

    […] man, wieso passiert mir das immer wieder? Zur Zeit bin ich echt neben der Spur und solche Kurzschlussreaktionen gehen seltenst gut […]

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