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Aug 29 2008

Wann sind Magazin-Themes für Blogs geeignet?

Category: blog:stuffMoni @ 15:57

Seit längerem denke ich über ein Blog-Update nach und zwar über ein richtig umfassendes mit neuem Theme und neuen Funktionen. Der jetzige Style an sich gefällt mir, doch ich stoße immer mehr an Grenzen, die je mehr sie sich häufen langsam nerven. Um mal ein paar Beispiele zu nennen:

  • variable Seitenbreite ist zur Posterstellung, vor allem bei der Integration von Bildern, unvorteilhaft
  • 2 Spalten sind zu wenig, ich hätte gerne brauche 3
  • Smilies sprengen den Zeilenabstand, was einfach unschön aussieht (hab leider im Code noch keine Stelle gefunden, wo ich das beheben kann)
  • das Schrifttyping bleibt trotz einiger Anpassungen von mir grottig

Generell habe ich am Bloggen Gefallen gefunden, schon einiges gelernt und möchte mit einem neuen Theme und neuen Funktionen das Ganze auf eine höhere/neue Stufe bringen. Dazu liebäugel ich zur Zeit mit Themes die wie ein Magazin daherkommen. Magazine unterscheiden sich von gewöhnlichen Blogs vor allem durch Darstellung der Posts auf der Hauptseite in Form von Auszügen. Das eigenst sich u.a. dafür, wichtige oder besonders interessante Artikel oben anzupinnen, ohne dass sie im Blogfluss verloren gehen. Insgesamt stellen Magazine eine Art Portal da, in dem der Besucher verschiedene Inhalte angeboten bekommt und er sie durchsuchen kann – im Gegensatz zu Blogs, wo einfach alles fortlaufend erscheint, unabhängig davon wie wichtig/interessant der neustes Artikel gerade ist. Auch ich habe ein paar Artikel die mir aufgrund des Inhaltes oder des Schreibstiles besonders gefallen und ich finde es schade, dass sie ungesehen auf Seite xx im Blog ihr Dasein frissten. Mittlerweile gibt es Codeschnippsel oder fertige Plugins, die dem Abhilfe leisten würde, aber wie gesagt, ich bin eher an einem größeren Blog-Update interessiert als an einer weiteren Frickellösung.

Das Smashing Magazin hat gerade in diesem Moment einen Artikel veröffentlicht, in dem sie das Für und Wider des Magazin-Styles abwägen. Das habe ich natürlich nun mit besonderer Aufmerksamkeit aufgenommen und hier mal mein Senf dazu:

Pro

1. Mehr Inhalt auf der Startseite

Das ist ein wichtiges Feature um Leser zu binden. Bewiesen und damit Fakt ist, dass die überwiegende Mehrheit der Besucher – in meinem Falle 77,5% – über die Startseite nicht hinauskommen. Um dem entgegenzugehen bleibt einem bei einem traditionellen Bloglayout da nur die Möglichkeit die Anzahl der anzuzeigenden Artikel auf der Startseite zu erhöhen, was aber dazu führt, dass die Seite immer länger wird und die Besucher immer mehr scrollen müssen (vor allem dann, wenn man feste Seitenbreiten benutzt). Die Excerpt-Funktion würde es mir also ermöglichen mehr Content auf die Startseite zu bringen und somit mehr Leser anzusprechen ohne dass diese das Klickwheel ihrer Maus vergewaltigen müssen *g*

2. Mehr Kontrolle über die angebotenen Inhalte

Das ist genau das, was ich zur Zeit vermisse. Es gibt teilweise sehr aktuelle, wichtige, interessante oder lustige Artikel, die es verdient haben im allgemeinen Blogfluss nicht unterzugehen. Da wäre eine individuelle Steuerung sehr hilfreich. Darüber hinaus zählt auch das kontrollierte Einbinden von Fotos, Videos und RSS-Feeds bzw. Lifestreams dazu.

3. Potential für einer verbesserte Navigation

Mit dem umfangreicheren Angebot an Inhalt auf der Startseite sowie der individuellen Beeinflussbarkeit dessen ergeben sich mehr Möglichkeiten für eine bessere Navigation (zb. Navigation nach Kategorien, etc.). Aufpassen muss man dabei nur, dass die Navigation nicht zu unübersichtlich wird. Diese Gefahr besteht besonders bei Magazin-Themes.

4. Professionelles Aussehen

Das ist genau das, wonach ich atm suche. Das typische Blogaussehen gefällt mir nicht mehr so wirklich. Es ist wie Einheitsbrei und sticht nicht aus der Masse hervor. Natürlich muss man dabei bedenken, dass es im Kern ja immer noch ein privater Blog ist und auch bleiben soll. Ein hübsch daherkommendes Äußere kann  kaum darüber hinwegtäuschen wenn der Inhalt nur Crap ist. Von daher sollte man sich bei der Theme-Wahl nicht zu weit vom Blog-Ziel/-Content wegbewegen. Das wirkt sonst nicht authentisch.

5. Mehr Zweckmäßigkeit für große Seiten

Magazine-Styles erhöhen die Zweckmäßigkeit für Blogs, die besonders viele Inhalte in kurzen Zeitspannen veröffentlichen, da hiermit die Inhaltplatzierung und -steuerung wesentlich flexibler gestaltet werden kann. Ok, das trifft für mich jetzt eher weniger zu.

6. Bessere Navigation über Kategorien

In den meisten Blogs wird die Funktion der Kategorisierung sehr ineffizient und uneinheitlich genutzt. Da bei Magazin-Themes die Platzierung der Inhalte auch sehr stark von der jeweiligen Kategorie abhängt, zwingt es den Blogger dazu mehr Aufmerksamkeit und Zeit in die korrekte Auswahl der Kategorien zu stecken.

Con

1. Mehr Arbeit für den Blogger

Die umfangreichen Möglichkeiten erfordern vom Blogger natürlich auch mehr Arbeit. Man muss sich mehr Gedanken machen, seine Dinge strukturiert ordnen, möglicherweise sogar zusätzliche Felder bedienen. Da muss nun jeder selbst für sich entscheiden was ihm lieber ist: ein schnell dahingerotzter Artikel oder ein verzögerter, dafür aber bestmöglich platzierter Beitrag 😉

2. Blogs mit unregelmäßigen Beiträgen können hässlich aussehen

Da auf der Startseite von Magazin-Themes viel Content steht, fällt es wesentlich schneller auf, wenn keine neuen Posts nachkommen und der Blog erweckt dann einen veralteten Anschein. Für mich sehe ich die Gefahr nicht. Selbst wenn ich nicht regelmäßig genug Neues nachschieße, so würde ich immerhin noch besonders lesenswerte Artikel oben anpinnen. Letztendlich hängt es davon ab wie zeitkritisch der jeweilige Blogcontent ist. Zeitungsmeldungen von vor 2 Wochen mag heute auf jeden Fall keiner mehr Lesen.

3. Das aussehen kann einen Besucher erdrücken bzw. erschlagen

Klar, von viel Inhalt auf den ersten Blick kann man schon überwältigt sein, so dass man ein paar Sekunden (bei Extrembeispeilen sogar Minuten) braucht, bis man die Struktur verstanden hat und man sich zurechtfindet. Das stellt insofern dann ein Risiko dar, wenn die Absprungrate eh schon (zu) hoch ist. So verkretzt man sich nur noch schneller die Leser. Das Problem mit den hohen Absprungraten habe ich  leider im jetzigen Zustand schon (~ 75%). Ich weiß leider auch nicht woran es liegt. Ist der Inhalt nicht fesselnd genug?  Das Theme abschrecken? Oder die Navigation so schlecht? Oder beides? Oder ganz was anderes? Vielleicht mag ja mal einer meiner Leser ein paar Vergleichszahlen posten 😉

4. Preis

Klar, was gut ist, das kostest. Das ist hier nicht anders. Ich wäre sogar bereit für ein ordentlich gecodetes Theme ein paar € oder $ zu löhnen. Mit zusammengeschusterten Themes hat man auf lange Sicht nur Ärger, Stichwort: Plugin-Integration oder manuelle Anpassungen.

5. Benötigt mehr Klicks von den Besuchern

Bei traditionellen Blogs, die fortlaufend vollständige Artikel anzeigen, benötigt ein Besucher nur sehr wenige bis keine Klicks um den Inhalt aufzunehmen. Das ist bei Magazin-Themes nun genau andersrum. Aufgrund der auszugsartigen Darstellung der Posts muss ein Leser deutlich mehr Klicken um an den Inhalt zu kommen. Das empfinde ich als gefährlich bzw. stellt für mich ein Risikofaktor dar. Wie bereits erwähnt sind Blogbesucher in der Regel klickfaul (außer was das Verlassen des Bloges anbetrifft), so dass man hiermit den Flüchtigkeitsleser vermutlich eher abschreckt anstatt ihn zu binden. Es besteht also die Gefahr, dass die Absprungrate noch mehr steigt.

6. Ungewohnt für manche Blogleser

War es für mich am Anfang auch, vor allem wenn man den neusten Artikel sucht und der nicht wie üblich ganz oben steht. Aber Anpassung ist hier die Devise 😉

.

Puh, gibt ganz schön viel zu Bedenken und dabei geht es hier nur um die Wahl eines Blogdesigns und nicht etwa um eine Lebensversicherung oder sonstig weitreichendes :mrgreen:

Aus der Sicht der Besucher

Nach all den Pros und Cons würde aus meiner Sicht (als Autor und in Bezug auf meinen Blogcontent) nicht viel gegen ein Magazin-Theme sprechen. Zur Not wechselt man eben wieder zurück. Ist ja nicht wie ein Tattoo, was man sich für ewig ins Bein sticht 😉 Dennoch gibt es noch ein paar mehr Aspekte die man berücksichtigen sollte, vor allem was die Sichtweise der Besucher und Leser angeht!

1. Wirkung auf die Besucher

Die meisten Ausführungen weiter oben beziehen sich hauptsächlich auf den Blogger, also den Autor und Blogbetreiber. Für den Erfolg eines Blogs sind aber fast ausschließlich die Leser entscheidend. Selbst wenn die Theme-Wahl nach Abwägung aller Risikofaktoren vermeintlich gut getroffen wurde, so kann es bei den Besuchern dennoch nicht ankommen. Je nachdem ob sie mehr oder weniger Content, helle oder dunkle Farben, uneingeschränkten Lesefluss oder viele Auszüge, usw. haben wollen, kann die rational getroffene Design-Wahl schnell hinfällig werden.

2. Wirkung der Größe

Ein Magazin-Theme benutzen in der Regel vor allem echte Magazine, also Zeitungen/Zeitschriften mit einer Fülle und Diversifikation an Inhalten. Es ist also nicht unlogisch, wenn dieser Eindruck auf ein Blog impliziert wird, dass ebenfalls ein Magazin-Theme benutzt. Dies kann jedoch zu falschen Annahmen führen. Ein Blog im Magazin-Style, dass nur ganz wenig und unregelmäßig Inhalte anbietet verwirrt unter Umständen und schreckt vll sogar User ab. Im juristischen Fachjargon würde man das wohl „Vortäuschung falscher Tatsachen“ nennen was strafrechtlich verfolgt wird, also Obacht bei der Theme-Wahl :mrgreen:

3. Regelmäßigkeit der Posts

Wie schon mehrfach angesprochen widersprechen sich ein Magazin-Theme und ein unregelmäßiger Informationsfluss, was dem Blog-Image schaden kann. Auf mein Blog bezogen denke ich, dass mir das nicht so schlimm in Genick fallen könnte. Ich versuche möglich regelmäßig zu bloggen :-)

4. Vielfalt der Inhalte

Der Vorteil von Magazin-Themes liegt nicht nur darin, Inhalte kategoriebezogen zu kontrollieren, sondern sie auch zu unterscheiden. Ein Magazin lebt häufig davon, dass es (unter einem groben Gesamttopic) verschiedene Arten von Inhalten anbietet. Sollte ein Blog sich auf eine Kategorie von Inhalten spezialisiert haben, dann macht ein Magazin-Theme wenig Sinn, es wirkt langweilig. Dürfte bei mir kein großes Problem sein. Wenn die Kategorien erstmal sorgfältig erarbeitet bzw definiert sind, dann kann ich mich einer bisher vll unbemerkt vernachlässigten Kategorie mehr widmen. Oder was meinen meine Leser?

5. Niche

Nicht zuletzt stellen manche Blogs Nichen dar, die sicher auch durch das gewählte Layout mitbestimmt wird. Bei der Wahl seines Themes sollte man daher aufpassen, ob man sich in die Erwartung der Niche einreihen oder von ihr Abstand nehmen möchte. Etwas (bisher noch) nicht Gewöhnliches stellen Magazin-Themes für Blogs schon dar.

Wer sich noch weiter für das Thema interessiert, der sollte ruhig mal beim Smashing Magazin vorbeischauen. Im Artikel gibt es noch zahlreiche Links zu Tutorials, freien Magazin-Themes, etc.

Tja, so VIEL (*gg*) zu meiner Meinung. Nun die Frag an meine Leser:

Was haltet ihr von einem Magazin-Theme, im allgemeinen und für mein Blog?

Seht ihr vielleicht andere Risiken oder Vorteile? Was meint ihr? 😀

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8 Responses to “Wann sind Magazin-Themes für Blogs geeignet?”

  1. Spielkind says:

    Whau Moni…vielen Dank für Deine Mühe. Den englischen Artikel habe ich zwar gesehen, aber das war mir zu viel arbeit mich da durchzubeissen.

    Deinen Artikel werde ich gleich in Ruhe lesen…
    Vielen lieben Dank!

  2. Moni says:

    naja, meiner ist jetzt auch nicht grad kürzer geworden :mrgreen: aber wollte mal meinen Senf dazugeben, da ich mich mit dem Thema schon seit ner Zeit beschäftige und außerdem hat’s ne Menge Spaß gemacht 😀 und für den ein oder anderen, der’s mit dem Englischen nicht so hat, ist es ne Möglichkeit doch noch an den Inhalt zu kommen

  3. jnin|illdividual says:

    cool, werde dich gleich mal bei clutterlovers dafür verlinken, ist super das du es übersetzt hast!

  4. Magazine blog or blogging blog | clutterlovers says:

    […] hier hat sich jemand die mühe gemacht, das ganze auf deutsch zu übersetzen, danke Moni! […]

  5. countzeero says:

    Hi Moni, good work on the „Übersetzung“, and thanks for the comment :mrgreen: if you need any help or css php troubleshooting with your planned „relaunch“ don´t hesitate to get in touch via e-mail or over at clutterlovers.

  6. Moni says:

    Thank you for your offer! I may take you up on it when the time is right.

  7. Spielkind says:

    Hi

    vielleicht ist diese seite was für dich?!
    http://templatr.de/
    muss ich die tage auch mal testen 😉

  8. Moni says:

    interessanter Link, vielen Dank! des muss ich mir mal anschauen

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